# Agilität erklärt: Ein Buch, das als Gespräch begann _30. Oktober 2026_ #agil #newwork Am 27. Oktober kam morgens eine Mail vom Hanser Verlag: „Das Erscheinen Ihres Buchs naht …“ Es erscheint am 13. November, im Anhang ein bisschen Material fürs Marketing. Ich habe sofort nachgesehen: Es stand schon auf der Verlagsseite und war bei Amazon vorbestellbar. „Agilität erklärt“, Maik Purrmann, Christian Spreer. Danach bin ich erst mal eine Weile durchs Haus gelaufen. Ein Buch zu veröffentlichen war etwas, das ich im Leben einmal gemacht haben wollte. Jetzt ist es passiert. Das war schon ein Gänsehautmoment. ![[Buch Agilität erklärt.jpeg]] ### Die Frage, auf die wir keine gute Antwort hatten Christian und ich arbeiten beide als [[Agile Coaching|Agile Coaches]], und uns begegnet immer wieder dieselbe Frage: Womit fange ich an, wenn ich [[Public/Zukunft der Arbeit/Agilität|Agilität]] grundsätzlich verstehen will? Wir kannten viele gute Bücher, aber keins, das wir als Einstieg guten Gewissens empfehlen konnten. Die meisten biegen sehr schnell zu Scrum, Rollen und Artefakten ab. Die Frage, warum man überhaupt anders arbeiten sollte, kommt dabei oft zu kurz. Ende 2022 haben wir dann gesagt: Komm, wir machen das. ### Reden können wir Ein Buch klassisch zu schreiben, mit leerem Dokument und festen Schreibzeiten über viele Monate, hätte bei uns nicht funktioniert. Ehrlich gesagt hätte ich das mit meinen zwei Fingern auf der Tastatur nie durchgezogen. Was wir dagegen gut können, ist reden. Seit 2022 machen wir zusammen den Podcast [Planlosgelöst](https://open.spotify.com/show/6II3r9LZW5rbeqmDxCsDAh), und im Gespräch passiert etwas, das allein am Schreibtisch selten passiert: Einer bringt einen Gedanken, der andere widerspricht, und am Ende ist die Sache klarer als vorher. Also haben wir zuerst die Struktur eines Buchs entworfen und daraus Podcastfolgen abgeleitet. So entstand der Podcast [„Agilität erklärt“](https://open.spotify.com/show/0v6rNH3zvBYoscrHSuwqEI): 37 Folgen, jede 15 bis höchstens 20 Minuten, ohne langes Vorgeplänkel. Wir haben ihn von Anfang an als abgeschlossenes Projekt angelegt, mit einem klaren Ende. Im Nachhinein war das eine der besten Entscheidungen im ganzen Projekt. Ein Format, das irgendwann aufhört, zwingt dazu auszuwählen, was wirklich trägt. Und es liefert Material, das sich später in Kapitel übersetzen lässt. ### Vom Gespräch zum Text Mit den Aufnahmen war das Buch allerdings noch lange nicht fertig. Zuerst brauchten wir Transkripte, die gut genug waren, um damit zu arbeiten, und das hat mehrere Anläufe gekostet. Dann lag das Projekt ungefähr ein Jahr, weil die Werkzeuge, die wir damals ausprobiert haben, bei so vielen Dateien einfach zäh waren. Wieder in Gang gekommen ist es, als die KI-Werkzeuge so weit waren, dass sie mit einem ganzen Stapel Dateien zurechtkamen. Das Buch ist mit Unterstützung von KI entstanden, so steht es auch in der Einleitung. Sie hat uns geholfen, aus Stunden von Gespräch einen lesbaren Text zu formen. Der Inhalt ist unserer: Was in unseren Gesprächen nicht vorkam, steht auch nicht im Buch. Ein paar Zitate aus dem Podcast in jedem Kapitel halten den Text nah an dem, was wir tatsächlich gesagt haben, und man merkt beim Lesen, dass da zwei Leute miteinander reden. Fertig war damit allerdings noch lange nichts. Aus dem ersten Entwurf ein Buch zu machen, hat Monate gedauert. Umstellen, streichen, neu formulieren, nachschärfen, wieder lesen und wieder von vorn. Da sind unzählige Stunden reingeflossen. Am zähesten war es, aus zwei Stimmen eine Lesestimme zu machen, ohne das Gespräch dabei tot zu redigieren. Irgendwann konnte ich den Text ehrlich gesagt nicht mehr sehen. Dazu kam das, was wir im Podcast und im Buch selbst immer wieder predigen: Feedback. Wir haben das Manuskript früh aus der Hand gegeben, an Menschen, deren Urteil ich vertraue. Zurück kam eine ganze Menge, vom Komma bis zur Frage, ob die Struktur überhaupt trägt. Alles wollte gelesen, abgewogen und eingearbeitet werden, und danach habe ich das Buch selbst wieder komplett durchgearbeitet. Das ist genau die Schleife, die wir jedem Team empfehlen: in kleinen Schritten liefern, Rückmeldung holen, nachbessern. Am eigenen Text merkt man erst richtig, wie viel Arbeit darin steckt. Selbst in der letzten Korrekturrunde beim Verlag ist mir noch ein dicker Fehler aufgefallen. ### Mit Hanser zum fertigen Buch Dann kam Hanser. Vom Vertrag über den Umschlag bis zu den Korrekturen im Umbruch lief die Zusammenarbeit zuverlässig und sehr professionell. Jeder Schritt war klar, und das Projekt wurde einfach konsequent durchgezogen, bis zu der Mail vom 27. Oktober. Für ein erstes Buch hätte ich mir das kaum besser wünschen können. ### Was drinsteht „Agilität erklärt“ ist ein Einstieg. Es fängt bewusst nicht bei Scrum an, sondern bei der Frage, warum sich Arbeit in so vielen Organisationen zäh anfühlt, obwohl eigentlich alle gute Arbeit machen wollen. Von dort geht es über das Warum und das Was zum Wie: was Agilität im Kern bedeutet, welche Vorgehensweisen es gibt, wie agile Produktentwicklung, Transformation und Führung aussehen können und welche Missverständnisse sich hartnäckig halten. Zwei Gedanken ziehen sich durch das ganze Buch, und für mich gehören sie zusammen. Der erste: Wenn in einer Organisation etwas nicht funktioniert, liegt das selten an den einzelnen Menschen. Wer nach Quartalszahlen bewertet wird, denkt in Quartalszahlen. Das ist kein Charakterfehler, das ist Systemlogik. Mit dem Finger auf Einzelne zu zeigen, bringt deshalb wenig. Der zweite: Trotzdem kann niemand darauf warten, dass sich das System von allein bewegt. Christian hat das im Podcast so gesagt: „Aber da muss auch jeder an seine eigene Knubbelnase fassen.“ Veränderung fängt beim nächsten Meeting und bei der nächsten Entscheidung an, also bei einem selbst. Wer nur aufs System schaut, wartet ewig auf den richtigen Moment. Wer nur bei sich anfängt, ohne das System zu verstehen, reibt sich auf. Beides zusammen ist der Weg, den das Buch vorschlägt. ### Ein kleines Experiment zum Mitnehmen Am Ende des Buchs steht keine Checkliste, sondern eine Einladung zum [[Ein Projekt liefert. Ein Experiment klärt|Experimentieren]]. Eine Übung daraus mag ich besonders, weil sie nur drei Minuten dauert. Schreib drei Sätze auf, die du bei deiner Arbeit für selbstverständlich hältst. Zum Beispiel „Ich muss alle Anforderungen am Anfang klären“ oder „Wir haben keine Zeit für Experimente“. Nimm den Satz, der sich am unverrückbarsten anfühlt, und stell ihm zwei Fragen: Ist das wirklich wahr? Woher weiß ich das? Lautet die ehrliche Antwort „weil es bei uns immer so war“, hast du eine Annahme gefunden. Und Annahmen kann man überprüfen. ### Für wen das Buch ist Für alle, die das Wort Agilität schon hundertmal gehört haben und sich trotzdem nicht sicher sind, was es eigentlich bedeutet. Dafür muss man weder in der IT arbeiten noch Scrum Master sein. Die Gedanken gelten überall dort, wo Menschen zusammen an Problemen arbeiten. Ich freue mich besonders darauf, das Buch an der Hochschule mit Studierenden zu teilen, die genau an diesem Anfang stehen. ### Wo es das Buch gibt „Agilität erklärt. Ein Praxisbuch über agiles Arbeiten“ von Christian Spreer und mir erscheint am 13. November 2026 bei Hanser, ISBN 978-3-446-48848-9, das E-Book ist inklusive. Bestellen kannst du es beim [Hanser Verlag](https://www.hanser-fachbuch.de/fachbuch/artikel/9783446488489), bei [Amazon](https://www.amazon.de/dp/3446488480) oder in jeder Buchhandlung. Wer lieber zuhört: Die 37 Folgen des [Podcasts](https://open.spotify.com/show/0v6rNH3zvBYoscrHSuwqEI) gibt es weiterhin. Dass das Buch einschlägt wie eine Bombe, erwarte ich nicht. Aber bald liegen die ersten Exemplare hier auf dem Tisch, und ich kann ein Buch in die Hand nehmen, auf dem mein Name steht. Darauf freue ich mich sehr. _Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt._ ### Weitere Artikel - [[Public/Zukunft der Arbeit/Agilität|Agilität]] - [[Agile Coaching]] - [[Ein Projekt liefert. Ein Experiment klärt]] - [[Design Thinking]]