# MeshCore: Ein zusätzlicher Weg, in Verbindung zu bleiben
_16. Oktober 2026_
#meshcore #lora #maker
Ich habe mich in den letzten Wochen damit beschäftigt, was bei einem längeren Stromausfall eigentlich noch funktioniert. Dabei bin ich irgendwann bei einer ziemlich alltäglichen Frage gelandet: Wie könnte ich dann jemandem eine Nachricht schicken?
Im Alltag denke ich darüber kaum nach. Ich nehme mein Smartphone, schreibe etwas, fertig. Bei der Suche nach einem zusätzlichen Weg bin ich auf [MeshCore](https://meshcore.io/) gestoßen. Das ist eine Software, mit der kleine Funkgeräte Textnachrichten untereinander austauschen können, auch ohne Mobilfunk und Internet. Grob lässt sich das wie Walkie-Talkies für Textnachrichten vorstellen.
Und damit war das nächste Rabbit Hole offen.
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### Wie die Nachricht zur anderen Person kommt
Für einen typischen Einstieg brauchen zwei Personen jeweils ein Smartphone mit der MeshCore-App und ein kleines Funkgerät. Ich schreibe meine Nachricht in der App. Über Bluetooth gelangt sie an mein Funkgerät, das sie über seine Antenne aussendet. Das Funkgerät der anderen Person empfängt sie und gibt sie an deren Smartphone weiter. Dort erscheint die Nachricht in der App.
Das Smartphone ist dabei die Tastatur und der Bildschirm. Die Verbindung zwischen den beiden Menschen übernehmen die Funkgeräte. Diese Rolle heißt bei MeshCore „Companion“. Die verwendete Funktechnik LoRa braucht für kleine Datenmengen wenig Energie. Damit lassen sich etwa kurze Rückmeldungen austauschen, dass jemand angekommen ist.
Sind die beiden Geräte zu weit voneinander entfernt, können zusätzliche Stationen dazwischen die Nachricht weiterreichen. Solche Stationen heißen Repeater. Über mehrere erreichbare Repeater kann eine Nachricht auch über die Reichweite eines einzelnen Geräts hinauskommen. So entsteht das „Mesh“, ein Netz aus Funkverbindungen. Es funktioniert dort, wo die beteiligten Stationen einen Funkweg zueinander haben. Einen zentralen Server braucht der Funktransport nicht. Die [offizielle Projektbeschreibung](https://github.com/meshcore-dev/MeshCore) erklärt das Prinzip ausführlicher.
Strom brauchen die Geräte weiterhin. Akku- oder Solarbetrieb können je nach Aufbau helfen, vom Stromnetz unabhängiger zu werden. Das gilt für die eigenen Geräte genauso wie für die benötigten Stationen unterwegs.
### Vom ersten Schweigen zum ersten Empfang
Ich habe mir ein kleines Funkgerät besorgt und MeshCore darauf eingerichtet. Das ging mit Unterstützung von Codex erstaunlich bequem: Der KI-Agent konnte das angeschlossene Gerät erkennen und die Software darauf installieren. Dass so etwas inzwischen geht, fand ich schon ziemlich verrückt.
Danach wollte ich ausprobieren, wen ich damit erreiche. Bei den ersten Versuchen fand ich keinen Repeater. Ich habe verschiedene Positionen ausprobiert, auf die App geschaut und wieder gesucht. Weiterhin nichts. Das war ernüchternd.
Bei einem späteren Test antwortete dann die erste Gegenstelle. Anschließend kam auch eine Nachricht aus einem öffentlichen Gruppenkanal an. Ein ganz gewöhnlicher Gruß in die Runde.
Ich fand das ziemlich cool. Da hatte tatsächlich jemand etwas geschrieben, und mein kleines Funkgerät hatte es empfangen.
Mit einer anderen Antenne und weiteren Versuchen kamen zusätzliche Verbindungen dazu. Dabei habe ich gelernt, wie viel die Antenne und ihre Position ausmachen können. Auf der Karte sah manches näher und erreichbarer aus, als es sich beim Ausprobieren herausstellte. Auch erfolgreiche Tests ließen sich später nicht immer wiederholen. Ich habe deshalb angefangen, die Ergebnisse festzuhalten.
### Ein eigener Repeater als Angebot
Schon während der ersten Tests kam die Idee auf, selbst einen Repeater zu betreiben. Wenn der Einstieg an manchen Stellen schwierig ist, könnte eine weitere Station vielleicht anderen helfen, überhaupt Anschluss zu finden.
Inzwischen habe ich einen eigenen Repeater eingerichtet und in Betrieb genommen. Für die Antenne habe ich einen eigenen Halter entworfen, gedruckt und am Balkongeländer montiert. Spätestens da war aus der ursprünglichen Frage nach Vorsorge auch ein Maker-Projekt geworden.
Ich kenne das von mir: Ich fange mit einer Frage an, beschäftige mich mit der Technik dahinter, und irgendwann läuft der 3D-Drucker.
In der App tauchten nach und nach weitere Geräte auf, und die Kontaktliste wurde deutlich länger. Auch ein Funkweg über meinen eigenen und einen weiteren Repeater ließ sich erfolgreich hin und zurück testen. Wie verlässlich die Verbindungen auf Dauer sind und wem mein Repeater im Alltag hilft, möchte ich weiter herausfinden.
Dieser Gedanke gefällt mir: Ich kann etwas anbieten, das über meinen eigenen Gebrauch hinausgehen könnte. Das Netz entsteht ja dadurch, dass andere ebenfalls Geräte betreiben und sich darum kümmern. Von deren Arbeit habe ich bei meinen ersten erfolgreichen Versuchen schon profitiert.
### Geräte und Antenne
Für das Projekt nutze ich diese Geräte und eine externe Antenne:
- [Seeed Studio Wio Tracker L1 Pro](https://www.seeedstudio.com/Wio-Tracker-L1-Pro-p-6454.html): Mein mobiles Funkgerät, das ich über Bluetooth mit dem Smartphone verbinde. Gehäuse, Akku und Display sind bereits dabei.
- [Seeed Studio Wio Tracker L1](https://www.seeedstudio.com/Wio-Tracker-L1-p-6453.html): Dieses Modell nutze ich als Repeater. Es ist eine Platine für einen eigenen Aufbau.
- [Heltec WiFi LoRa 32 V3](https://heltec.org/project/wifi-lora-32-v3/): Ein kleines Entwicklungsboard, das ich als USB-Companion am Rechner nutze. Damit kann ich MeshCore auch vom Computer aus bedienen.
- [Bingfu 868 MHz LoRa Outdoor-Antenne](https://www.amazon.de/dp/B09B8NX27X?th=1): Eine Fiberglasantenne mit N-Stecker und laut Anbieter 3 dBi Antennengewinn. Ich nutze sie an meinem Repeater.
Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf die genaue Modellversion und das Frequenzband. Für meine Nutzung in Europa ist der 868-MHz-Bereich relevant. Meine Geräte laufen mit MeshCore; in den Shops werden sie teilweise mit Meshtastic angeboten, sodass die passende Software erst noch aufgespielt werden muss.
### Gemeinsam anfangen
Wenn ich heute noch einmal anfangen würde, würde ich früh nachsehen, welche Community in meiner Umgebung aktiv ist. MeshCore und Meshtastic sind unterschiedliche Systeme und funken nicht miteinander. Deshalb lohnt sich die Frage, was vor Ort tatsächlich genutzt wird, bevor ein Gerät bestellt wird.
Für einen ersten Versuch braucht es keinen eigenen Repeater. Ein passendes Funkgerät kann reichen, wenn bereits andere in Reichweite sind. Sonst sind zwei passend eingerichtete Geräte und eine zweite Person ein guter Einstieg. Die [MeshCore-FAQ](https://github.com/meshcore-dev/MeshCore/blob/main/docs/faq.md) beschreibt diese Möglichkeiten.
Dann lässt sich mit einer überschaubaren Frage anfangen: Kommt unsere Nachricht an, und klappt es beim nächsten Versuch wieder? Genau das interessiert mich auch bei meinen nächsten Tests.
Den genauen Standort und die Kennungen meiner Geräte lasse ich hier bewusst weg. Wer einsteigen möchte, findet auf der [MeshCore-Projektseite](https://meshcore.io/) die allgemeinen Informationen zu Geräten und Anwendungen.
Ein Netz, auf das ich mich irgendwann verlassen möchte, lerne ich lieber kennen, solange ich es noch aus Neugier benutze.
_Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt._
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