# Ein Homelab zum Denken *21. Dezember 2025* #smarthome #n8n #homelab Das Thema Homelab hat mich schon lange begleitet. Nicht als Technik‑Hobby oder Bastelprojekt, sondern eher als leise Idee im Hintergrund. Die Vorstellung, eigene Systeme zu betreiben, Dinge ausprobieren zu können, ohne produktive Umgebungen zu gefährden, und dabei wirklich zu verstehen, was im Hintergrund passiert, hatte für mich immer eine gewisse Anziehungskraft. Entscheidend war dabei nie maximale Leistung oder Perfektion, sondern ein ganz einfacher Gedanke: Trennung. ![[n8n 1.png]] ### Ein NUC für den Alltag Auf meinem ersten Intel NUC läuft seit einiger Zeit stabil [[Home Assistant]]. Ein Intel NUC ist im Grunde ein sehr kompakter Mini‑PC: kein spezieller Server, sondern ein vollwertiger Rechner in kleinem Gehäuse, der leise läuft, wenig Strom verbraucht und dauerhaft eingeschaltet sein kann. Dieses System ist fest in meinen Alltag integriert. Es steuert mein Smart Home, kümmert sich um Automationen, bindet Dienste wie [[Paperless-ngx]] ein und erledigt Dinge, die einfach funktionieren müssen. Genau deshalb ist dieser Rechner für mich kein Spielplatz. Er soll stabil, langweilig und zuverlässig sein. Änderungen passieren dort nur sehr bewusst, Experimente haben keinen Platz. ### Die bewusste Entscheidung für einen zweiten NUC Als ich begann, mich intensiver mit n8n und KI zu beschäftigen, wurde mir schnell klar, dass ich dafür ein separates System brauche. Nicht, weil es technisch zwingend notwendig wäre, sondern weil ich mir den Freiraum schaffen wollte, Dinge auszuprobieren, zu verwerfen und auch einmal kaputtzumachen. Also habe ich mir einen zweiten NUC besorgt, gebraucht über Kleinanzeigen. Nicht aus Sparsamkeit, sondern aus Pragmatismus. Diese Geräte sind kompakt, leise und für genau solche Zwecke mehr als ausreichend. Was man aktuell allerdings nicht unterschätzen darf: Speicher-Upgrades sind teuer. Viele gebrauchte Geräte kommen mit Minimal-Ausstattung, sodass RAM und SSD fast immer nachgerüstet werden müssen. Viel entscheidender als die Hardware war für mich allerdings etwas anderes: Dieser Rechner sollte "headless" laufen. Kein Monitor, keine Tastatur, keine Maus. Nur Strom, Netzwerk – und ansonsten das Terminal. Damit begann für mich echtes Neuland. ### Headless unterwegs: SSH, Terminal und Kontrolle abgeben Die Installation von [Ubuntu Server](https://ubuntu.com/download/server) auf dem zweiten NUC war der erste Schritt in eine neue Arbeitsweise. Kein grafisches Interface, keine gewohnte Oberfläche. Stattdessen ein schwarzer Bildschirm mit blinkendem Cursor. Alles Weitere lief über SSH. Ich saß an meinem Mac, öffnete das Terminal und verband mich per Kommandozeile mit dem NUC. Jeder Schritt – Updates, Konfiguration, Installation von Diensten – passierte rein textbasiert. Das war am Anfang ungewohnt, teilweise auch frustrierend. Fehler meldeten sich nicht mit Fenstern oder Hinweisen, sondern mit kryptischen Texten. Ein fehlender Doppelpunkt in einer Konfigurationsdatei konnte reichen, um alles lahmzulegen. Gleichzeitig war genau das der Punkt, an dem ich merkte, dass ich wirklich verstehe, was passiert. Mit Hilfe von ChatGPT und Claude habe ich mich Schritt für Schritt vorgearbeitet. Befehle ausführen, Logs lesen, Dienste neu starten, wieder scheitern, nochmal lesen. Es war langsam, aber es war nachhaltig. ### Was ein Homelab für mich eigentlich ist In diesem Moment wurde mir auch klar, was ein Homelab für mich bedeutet. Es ist kein Serverraum, kein Bastelkeller und keine Spielerei. Ein Homelab ist für mich ein bewusst kleines, kontrolliertes Netzwerk aus eigenen Rechnern, die klar definierte Aufgaben haben. Der zweite NUC ist dabei einfach ein weiterer Rechner in meinem Heimnetzwerk. Ubuntu Server sorgt dafür, dass er nach dem Start sofort verfügbar ist. Über das Netzwerk bekommt er eine feste Adresse, unter der er erreichbar ist. Dienste wie [n8n](https://n8n.io) laufen darauf unabhängig von meinem Laptop oder Desktop. Ich greife über SSH, Weboberflächen oder APIs darauf zu – so, als stünde der Rechner direkt neben mir. Der Unterschied ist nur: Er läuft dauerhaft, leise im Hintergrund, und tut genau das, wofür ich ihn eingerichtet habe. Diese Entkopplung war für mich ein wichtiger Aha-Moment. Mein Laptop ist Arbeitsgerät. Der NUC ist Infrastruktur. ### Ein Rechner im Netzwerk, kein magischer Kasten Vielleicht klingt ein Homelab komplizierter, als es ist. Im Kern geht es einfach darum, einzelne Rechner bewusst ins eigene Netzwerk einzubinden. Der Ubuntu-Server-NUC ist kein Spezialgerät. Er ist ein normaler Computer, der über das Heimnetz erreichbar ist. Dienste darauf lassen sich über den Browser aufrufen, zum Beispiel über eine IP-Adresse und einen Port. Andere Geräte im Netzwerk können mit ihm sprechen, Daten austauschen oder Aufgaben anstoßen. Ein wichtiger Baustein dabei ist [Docker](https://www.docker.com). Docker ist im Grunde eine Möglichkeit, Anwendungen sauber voneinander getrennt zu betreiben – verpackt in sogenannten Containern. Jeder Dienst bringt dabei alles mit, was er zum Laufen braucht, ohne das restliche System zu beeinflussen. [n8n](https://n8n.io) läuft auf meinem Homelab genau in so einem Container. Das bedeutet: Der Dienst ist klar abgegrenzt, leicht austauschbar und unabhängig vom restlichen System. Und vor allem heißt es, dass künftig weitere Dienste genauso daneben existieren können – jeder für sich, sauber getrennt, aber über das Netzwerk miteinander verbunden. Diese Klarheit hat mir geholfen, die Scheu zu verlieren. Es ist kein Blackbox-System, sondern etwas sehr Greifbares. Ein Rechner, ein Netzwerk, klar definierte Dienste. Gerade in Kombination mit n8n wurde mir bewusst, wie mächtig dieses Setup ist. Workflows laufen unabhängig von meinem Rechner, reagieren auf Ereignisse im Netzwerk und binden externe Dienste wie KI ganz selbstverständlich ein. Und genau hier schließt sich der Kreis zum eigentlichen Ziel: denken, automatisieren, verstehen – auf eigener Infrastruktur. ### Ausgangspunkt: n8n verstehen Der ursprüngliche Anlass war erstaunlich unspektakulär. Ich wollte n8n kennenlernen. Nicht, weil ich dringend Automatisierung brauchte, sondern weil mich das Denkmodell dahinter interessiert hat. Wie fühlen sich Workflows an, wenn sie sichtbar sind? Wie lassen sich Systeme verbinden, ohne dass im Hintergrund Magie passiert? Und wo endet klassische Automatisierung eigentlich? n8n war für mich von Anfang an nicht das Ziel, sondern eher die Bühne, auf der sich diese Fragen stellen ließen. ### Der eigentliche Wendepunkt: KI im Workflow Der entscheidende Moment kam mit der Anbindung von KI. Ab diesem Punkt hat sich meine Perspektive spürbar verschoben. KI war für mich plötzlich nicht mehr Chat, Prompt und Antwort, sondern ein aktiver Schritt im Prozess. Ein denkender Knoten innerhalb eines Workflows. Ein Übersetzer zwischen Rohmaterial und Struktur. Genau hier wurde n8n für mich wirklich interessant. ### Ein konkreter Workflow aus dem Alltag Um das greifbar zu machen, habe ich mir bewusst einen Workflow gebaut, der nah an meinem Alltag ist. Ausgangspunkt sind Sprachnotizen. Kurze Gedanken, unterwegs eingesprochen, ohne sie zu sortieren oder zu benennen. Die Audiodateien landen einfach in einem definierten Ordner, meiner persönlichen „Voice Inbox“. n8n überprüft diesen Ordner regelmäßig. Gibt es neue Dateien, wird genau eine davon verarbeitet. Kein Batch, kein Durchrattern mehrerer Gedanken auf einmal. Ein Gedanke nach dem anderen. Im nächsten Schritt wird die Audiodatei automatisch transkribiert. Sprache ist Deutsch, das Ergebnis ist reiner Rohtext. Wichtig ist mir dabei, dass hier noch keine Interpretation stattfindet. Es geht ausschließlich um Umwandlung. Erst danach kommt KI als Denkwerkzeug ins Spiel. Der transkribierte Text wird erneut verarbeitet, diesmal mit einer klaren Aufgabe: Verdichtung. Drei bis fünf Bulletpoints, keine Einleitung, keine Floskeln. Das Ergebnis ist kein fertiger Text, sondern Denkrohstoff in geordneter Form. Aus Transkript und Zusammenfassung entsteht anschließend automatisch eine Markdown-Datei. Sie enthält einfache Metadaten, die KI-Zusammenfassung und den Originaltext. Diese Datei landet direkt in meinem [[Obsidian]]-Vault, ohne Copy & Paste, ohne Medienbruch. Zum Schluss wird die ursprüngliche Audiodatei archiviert. Die Inbox bleibt leer, nichts geht verloren. Der Workflow endet ruhig. Dieser Workflow spart mir keine Minuten im klassischen Sinn. Sein eigentlicher Wert liegt woanders. Gedanken gehen nicht mehr verloren, KI übernimmt die erste Verdichtung, und ich kann später dort ansetzen, wo Denken beginnt. n8n ist dabei nicht das Tool, das im Vordergrund steht. Es ist die Infrastruktur, die diesen Prozess möglich macht. ### Warum ein eigenes System dafür wichtig war Dieser Workflow gehört nicht auf mein Home-Assistant-System. Er ist zu experimentell, zu veränderlich und zu offen. Der zweite NUC schafft genau dafür den nötigen Freiraum: ausprobieren, scheitern, anpassen – ohne ein System zu gefährden, das im Alltag zuverlässig funktionieren muss. Der zweite NUC ist für mich kein Technik-Upgrade, sondern ein Denkraum. Home Assistant bleibt stabil, n8n darf wachsen, und KI wird Teil meiner Infrastruktur. Genau dafür ist ein Homelab für mich da. *Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt.*