# Endlich wissen, wo meine Daten sind _23. September 2026_ #digitalisierung #backup #nas Mein Mac mini war zu 93 Prozent voll. Dazu kamen mehrere externe Festplatten mit alten Projekten, Fotos und Sicherungen. Auf manchen lagen Kopien, auf anderen Dateien, die es nur dort gab. Die Fotos waren in iCloud bequem erreichbar. Aber wenn ich sie wirklich selbst als Dateien haben wollte, begann erst einmal ein ziemlich langer Download. ![[NAS 1.png]] Ich habe mich irgendwann gefragt: Wo liegt bei all dem eigentlich das Original? Und wenn ich morgen eine dieser Festplatten nicht mehr lesen kann, was fehlt dann wirklich? Ich wollte das nicht erst herausfinden, wenn es zu spät ist. ### Erst die Wege, dann die Kiste Ich habe mir lange Gedanken darüber gemacht, wohin welche Daten fließen sollen. In [[Public/Technik und Zukunft/Obsidian|Obsidian]] habe ich dafür eine Canvas gezeichnet: iCloud, Rechner, Fotos, alte Festplatten, ein mögliches NAS (Network Attached Storage) und eine Kopie außer Haus. Für jeden Bereich wollte ich wissen, wo ich damit arbeite, wo das Original liegt und was ich im Ernstfall zurückholen könnte. Erst danach habe ich angefangen, Daten zu verschieben und Sicherungen einzurichten. Dabei musste ich mir auch den Unterschied zwischen Synchronisation und Backup klarmachen. iCloud hält meine Dateien und Fotos auf den Geräten aktuell. Wenn ich etwas ändere oder lösche, wird auch das weitergegeben. Für die tägliche Arbeit ist das sehr angenehm. Für meinen Sicherungsplan wollte ich zusätzlich eigene Kopien und ältere Stände. iCloud kann kürzlich Gelöschtes wiederherstellen, aber ich wollte für meine wichtigsten Daten einen weiteren Weg haben. Aus der Canvas wurde eine einfache Rollenverteilung: Aktuelle Projekte bleiben in iCloud. Abgeschlossene Projekte kommen ins Archiv auf dem NAS. Die iCloud-Dateien und mein Zettelkasten werden zusätzlich dorthin gesichert. Und die Fotos bleiben auf dem iPhone und in iCloud so nutzbar wie bisher, bekommen aber eine eigene Kopie auf dem NAS. ### Vier Einschübe, erst einmal zwei Festplatten Ein NAS ist im Grunde ein kleiner Rechner mit Platz für Festplatten, der im Heimnetz steht. Ich kann von meinen Geräten darauf zugreifen, ohne jedes Mal eine Platte anstöpseln zu müssen. Das klang für mein Durcheinander passend. Die Anschaffung war trotzdem eine größere Entscheidung: Mein UGREEN NASync DXP4800 GT und die beiden Festplatten kosteten zusammen gut 1.700 Euro. Das Gerät hat vier Einschübe. Ich habe zunächst nur zwei mit Festplatten zu je 12 TB bestückt. Sie spiegeln sich, deshalb stehen mir nicht 24 TB nutzbarer Platz zur Verfügung. Bei einem Ausfall einer Platte bleiben die Daten erreichbar. Eine versehentlich gelöschte Datei holt mir diese Spiegelung allerdings nicht zurück. Die zwei freien Einschübe wollte ich als Möglichkeit für später behalten, statt jetzt noch mehr Geld für Speicher auszugeben, den ich noch nicht brauche. Als das NAS da war, waren die Festplatten übrigens noch unterwegs. Die Kiste stand also erst einmal herum, während ich weiter über Ordner und Datenwege nachgedacht habe. Das war vielleicht ganz gut so. ### Die Fotos waren ein eigenes Projekt Die alten Fotos aus iCloud auf das NAS zu bekommen, war deutlich mühsamer. Mein Apple-Export kam in 232 ZIP-Paketen. Die Dateien mussten daraus übernommen und so abgelegt werden, dass aus gleichnamigen Bildern keine Verwechslungen entstehen. Codex und Claude Code haben mir einen Großteil dieser Sortier- und Importarbeit abgenommen: Dateien zuordnen, gleiche Namen auseinanderhalten, Kopien prüfen. Von Hand wäre das für mich der Wahnsinn gewesen. Als die Mediathek schließlich auf dem NAS lag, war das für mich einer der wichtigsten Schritte des ganzen Projekts. Neue Fotos gehen jetzt über die UGREEN-App vom iPhone automatisch als zusätzliche Dateien auf das NAS. Die App „Sync & Backup“ sichert ausgewählte iCloud-Drive-Ordner und meinen Obsidian-Zettelkasten vom Mac mini. [[Public/Technik und Zukunft/Home Assistant|Home Assistant]] schreibt seine täglichen Sicherungen ebenfalls dorthin. Weil [[Public/Technik und Zukunft/Paperless-ngx|Paperless-ngx]] bei mir als Add-on in Home Assistant läuft, ist es in diesen Sicherungen enthalten. Das war die Arbeit im Haus. Für wichtige NAS-Bestände wollte ich auch eine Kopie außer Haus. Dafür läuft [Backrest](https://backrest.org/) auf dem NAS. Es ist eine Weboberfläche für [Restic](https://restic.net/): Ich kann Sicherungspläne anlegen, ihre Läufe sehen und Dateien aus älteren Ständen zurückholen. Restic speichert die vorgesehenen Bereiche verschlüsselt in einer [Hetzner Storage Box](https://docs.hetzner.com/storage/storage-box/). Eine weitere Sicherung schreibe ich auf eine externe Festplatte, die ich zwischen den Läufen abstecke. Der erste große Lauf mit den Altdaten dauerte über vier Stunden. An dem Vormittag wurde auch meine Internetverbindung spürbar langsam. Ich hatte vorher zwar gewusst, dass viele Daten zusammengekommen waren. Erst bei diesem Lauf wurde die Menge wirklich greifbar. ### Eine Datei zurückholen Irgendwann hatte Backrest grüne Häkchen für die ersten Läufe. Das sah gut aus. Ich wollte aber auch wissen, ob ich tatsächlich an die Daten komme. Also habe ich einzelne Dateien aus dem aktuellen Hetzner-Backup und von der externen Sicherungsplatte zurückgeholt und mit den Originalen verglichen. Sie stimmten überein. Ein vollständiger Neuaufbau aller Daten und Dienste ist damit noch nicht getestet; für einige Bereiche stehen weitere Prüfungen aus. Heute ist der Mac wieder freier, die Fotos liegen zusätzlich auf dem NAS und die alten Festplatten bestimmen nicht mehr meinen Alltag. Vor allem weiß ich jetzt, welche Daten an welchem Ort liegen und welcher Weg sie absichert. Dafür habe ich viele Stunden gebraucht. Ich bin aber froh, dass ich mir diese Fragen gestellt habe, bevor ich einfach nur die nächste Platte angeschlossen habe. ## Quellen - [Apple Support: So funktioniert iCloud-Fotos](https://support.apple.com/de-de/118447) - [Backrest](https://backrest.org/) und [Restic](https://restic.net/) - [Hetzner: Storage Box](https://docs.hetzner.com/storage/storage-box/) _Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt._ ### Weitere Artikel - [[Public/Technik und Zukunft/Home Assistant|Home Assistant]] - [[Public/Technik und Zukunft/Paperless-ngx|Paperless-ngx]] - [[Public/Technik und Zukunft/Scanner-Paperless-Workflow|Vom Scanner ins digitale Archiv]] - [[Public/Technik und Zukunft/Digitaler Zettelkasten|Digitaler Zettelkasten]]