# Wie ein Track entsteht – ein Einblick in meinen Prozess _14. November 2025_ #musik #musikproduktion #ableton Musik zu machen war für mich lange etwas, das "andere" tun. Menschen, die wissen, was sie tun. Die Musiktheorie beherrschen, richtig spielen können oder schon ihr ganzes Leben produzieren. Ich dagegen bin heute noch absoluter Anfänger – und gerade deshalb möchte ich hier beschreiben, wie ein Track bei mir entsteht. Nicht als Anleitung, sondern als persönlicher Prozess eines Menschen, [[Public/Kunst und Philosophie/Musikproduktion|der einfach angefangen hat]]. ![[Ableton 2.png]] ### Der Anfang: Akkorde, Stimmung, eine Idee Jeder Track beginnt bei mir mit etwas sehr Kleinem. Einer Akkordfolge. Einer Stimmung. Einer einzigen musikalischen Farbe, die sich richtig anfühlt. Ich beschäftige mich mit den Grundlagen der Musiktheorie – mit Videokursen, über YouTube oder durch Inspiration von Künstlern wie Max Richter, Brian Eno, Enigma, Monolake, Blank & Jones oder Robot Koch. Vieles verstehe ich erst auf den zweiten oder dritten Blick. Aber vieles davon öffnet Türen. Oft frage ich ChatGPT oder Gemini, welche Akkorde zu einer bestimmten Atmosphäre passen könnten. Manchmal lasse ich mir erklären, welche emotionale Wirkung eine Progression erzeugt oder wie man eine bestimmte Tonart einsetzen kann. Es ist eine Mischung aus Lernen, Ausprobieren und Wiederholen. Schon früh fließt alles in [[Obsidian]]: Akkorde, Tonart, Stimmung, eine grobe Idee für den Aufbau, mögliche Instrumente, [[Klangarchiv|Field Recordings]], später auch Tempo und Mix-Notizen. Jede Trackidee bekommt ihre eigene Seite – und wächst mit jedem Schritt mit. ### Vom Notizbuch in die DAW Bevor ich in meiner DAW (Digital Audio Workstation) Ableton überhaupt etwas spiele, sortiere ich meine Ideen. Alle Tracks stehen in einer Liste, und ich vergebe Reifegrade von 1 bis 6. Das hilft mir zu sehen, welche Idee frisch ist, welche schon Form annimmt und welche vielleicht noch etwas warten darf. Wenn ich dann ein neues Projekt anlege, starte ich immer aus meinem eigenen Template. Alle Spuren sind farblich sortiert – Piano blau, Strings gelb, Synth pink usw. Ganz oben liegt eine Akkordspur mit dem Standard-Piano von Ableton, auf der ich die Progression programmiere. Diese Spur taucht später im Mix nicht auf, aber sie bleibt der Mittelpunkt, an dem sich alles ausrichtet. Ableton zeigt mir in der Piano-Roll die Tonart an, was mir als Anfänger enorm hilft. In diesem Moment beginnt der Track zum ersten Mal zu atmen. Das Tempo findet eine Richtung, die Stimmung wird klarer, und manchmal höre ich schon im Kopf, welche Field Recordings passen könnten. ### Experimentieren: Klang und Struktur Hier beginnt der eigentliche Zauber. Ich spiele mit meinem MIDI-Keyboard wild über die Akkorde, probiere Grundtöne aus, verändere Presets, öffne Plugins wie Vital, Astra oder die Instrumente von Spitfire und Splice. Für mich ist es ein Erkunden ohne großen Plan. Ich stoße auf Fehler, entdecke etwas Neues, drehe Parameter zu weit auf und ziehe sie wieder zurück. Aus den Akkorden entstehen erste Linien. Manche bleiben sehr einfach und wiederholend – Melodien, die vielleicht einmal ein Klavier spielt oder ein Cello, das ich besonders liebe. Für bestimmte Instrumente nutze ich Libraries wie das BBC Symphony Orchestra Discover, die Crow Hill Lofi Strings oder das Solo Cello von Splice. Auch die Geräusche aus meinen Field Recordings tauchen schon hier auf: das Schließen eines Zettelkastens, Wassergeräusche, Stadtklänge, Alltagsmomente. Viele dieser Experimente kommentiere ich direkt in Obsidian. Manchmal schreibe ich etwas unterwegs ins Smartphone, wenn mir eine Idee einfällt, die ich später in Ableton ausprobieren möchte. ### Drums und eigene Geräusche Drums sind eine Welt für sich. Mal beginne ich mit ihnen, mal entstehen sie erst später. Ich nutze Kits aus Ableton, das 9th Wonder Drum Pack oder einzelne Samples aus Splice. Ich layer Kicks, spiele mit Hi-Hats, schiebe Elemente gegeneinander, bis ein Groove entsteht, der zum Gefühl des Tracks passt. Gleichzeitig experimentiere ich mit meinen eigenen Aufnahmen. Der Moment, in dem ein selbst aufgenommenes Geräusch nahtlos in ein Beat-Pattern passt, ist jedes Mal besonders. Es macht den Track unverwechselbar und verbindet Klang mit meinem Alltag. ### Der Moment, in dem aus Loops ein Track wird Wenn sich genügend Ideen angesammelt haben, beginnt die eigentliche Formarbeit. Der Schritt vom Loop zum Track. Das Auseinanderziehen der Elemente, das Einatmen und Ausatmen. Ein Track entsteht bei mir nicht linear, sondern eher wie eine Landschaft: Schichten kommen dazu, verschwinden wieder, verschieben sich. Sehr oft tragen meine Tracks am Anfang einen Arbeitstitel – eine Stimmung oder ein Gefühl, das ich in diesem Moment damit verbinde. _Hoffnung_, _Zeit_, _Nacht_, _Drift_. Diese Titel helfen mir, die Richtung zu halten, auch wenn ich sie später fast immer ändere. Ich baue den Track von innen nach außen. Vielleicht beginnt er nur mit einem weichen Synth und leisen Geräuschen. Dann kommen Drums hinzu, später ein Cello oder andere Streicher, etwas Bass, Pads, vielleicht ein Textur-Sound aus einem Field Recording. Es muss nicht viel sein. Aber es muss wachsen. Mit meinem [Korg nanoKONTROL](https://www.korg.com/de/products/computergear/nanokontrol2/) zeichne ich Dynamik ein: Expression für Streicher, Lautstärkeverläufe, Filterfahrten. Ich bewege Regler, höre, reagiere. Hier entstehen die kleinen Momente, die ein Stück lebendig machen. ### Hören, reflektieren, zurückgehen Ich verbringe viel Zeit damit, das Material einfach nur zu hören. Über meine Kopfhörer, die [Beyerdynamic DT 700 PRO X](https://www.beyerdynamic.de/p/dt-700-pro-x?srsltid=AfmBOorFXwa74vTAZEfB5gHauhwJbQy4qLrK2U_QrsHWKaZeFJQaSdEh), später über Monitorlautsprecher. Ich lasse den Track laufen, gehe durch den Raum, setze mich wieder hin, ändere eine Kleinigkeit, höre weiter. Alles besteht aus Iterationen. Kleine Schritte, zurückgehen, vorgehen. Es ist ein ruhiger Prozess, der viel Aufmerksamkeit braucht. Manchmal muss ich Dinge stehen lassen und erst am nächsten Tag wiederkommen. Manchmal merke ich erst nach mehreren Durchgängen, was fehlt oder was zu viel ist. Parallel wachsen meine Track-Notizen in Obsidian weiter: Gedanken zum Mix, Ideen für die Struktur, kleine Beobachtungen, die mir im Alltag einfallen. Manchmal reicht ein Satz, um später wieder anzuknüpfen. Wenn ein Track irgendwann "fertig wirkt", ist das kein endgültiger Zustand, sondern eher ein Gefühl: Jetzt erzählt er etwas. Jetzt ist er rund genug, um weiterzugehen – in Richtung Feinschliff, Mix oder vielleicht auch irgendwann [[Eight Patterns|Release]]. ### Verwendete Plugins Hier findest Du als Inspiration eine Liste der Plugins, die ich zurzeit verwende: #### Spitfire - BBC Symphony Orchestra Discover - Spitfire Symphony Orchestra Discover - BlankFor.ms Tabe Synth - Hainbach Landfill Totems - Originals Cinematic Pads - Originals Cinematic Soft Piano - Originals Intimate Grand Piano - Solo Cello - Lea Bertucci Acoustic Shadows #### Splice Intrument - Emotional Cello - Felt Piano - Fluid Violin - Intimate Grand Piano - Pads (Piano, Pedal, Textural) - Offbeat #### Andere Plugins und Packs - Vital Synthesizer - Crow Hill Pads and Strings - Universal Audio Moog Minimoog Native - 9th Wonder Drum Kit ## Eight Patterns ![[Cover Eight Patterns.jpg|150]] 🎧 [Spotify](https://open.spotify.com/intl-de/album/5Pia3cG7MKY6SoE1awOgS3?si=N7C5G5U1Sj2vafF1QqrrbQ) 🎧 [YouTube Music](https://music.youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_m_vJAC4qjE2o4zhEzFY7qmDqEhr3XR4iw&si=DL63nK44VZ4at6J3) 🎧 [Amazon Music](https://music.amazon.de/albums/B0G275HQZ7?marketplaceId=A1PA6795UKMFR9&musicTerritory=DE&ref=dm_sh_kk4XuZqtJmm2sgokdWhNIvhlB) 🎧 [SoundCloud](https://soundcloud.com/mpurrmann/sets/eight-patterns) ## Links Ableton Live: https://www.ableton.com Spitfire Audio: https://www.spitfireaudio.com/en-eu Splice: https://splice.com Soundly: https://getsoundly.com *Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt. 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