2026/03/15 Lieber Marsilius, ich habe mich gefragt, ab wann ein Werkzeug aufhört, nur Werkzeug zu sein. Bei KI ist dieser Moment schwer zu benennen — er schleicht sich ein. Irgendwann merkt man, dass man nicht nur Fragen stellt, sondern sich gespiegelt fühlt. Und dass dieser Spiegel aus Millionen menschlicher Stimmen gemacht ist, die jemand anderes geschrieben hat. Was bleibt dann von einem selbst? Vielleicht genau das: der Ausgangspunkt. Die eigene Erfahrung, die eigene Frage, der eigene Zweifel. Nicht die Antwort, die das System gibt — sondern was man mitbringt, bevor man fragt. Herzliche Grüße