# Klangarchiv – Field Recordings, Soundly und das Universal Category System
_08. November 2025_
#musik #musikproduktion #sound
Manchmal beginnt ein Sound mitten im Alltag – das Klacken einer Tür, das leise Summen in der Küche oder das Schließen der Schublade eines Zettelkastens. Diese kleinen Momente sind für mich mehr als Nebengeräusche: Sie sind Rohmaterial. Ich nehme sie auf, ordne sie und forme daraus eine eigene Klangbibliothek, die später in meinen Kompositionen wieder auftaucht – manchmal als Rhythmus, manchmal als Atmosphäre.
![[Soundly 1.png]]
### Aufnehmen – Klänge des Alltags
Ich nehme meine Field Recordings meist dort auf, wo ich ohnehin bin. In der Küche, wenn das Geschirr aufeinanderschlägt. Im Arbeitszimmer, wenn der Zettelkasten schließt. Oder draußen: In Hamburg, wo Straßenbahnen und Gespräche ineinanderfließen, oder in Ganderkesee, wenn die Kirchenglocken am Sonntagmorgen läuten.
Je nach Situation verwende ich unterschiedliche Geräte: Häufig mein iPhone mit angeschlossenem Rode NTG. Entscheidend ist für mich nicht die Perfektion der Aufnahme, sondern die Authentizität des Moments.
### Ordnen – Die eigene Sound Library
Alle Aufnahmen speichere ich als WAV-Dateien lokal auf dem Rechner. Um die Übersicht zu behalten, nutze ich [Soundly](https://getsoundly.com) als zentrale Datenbank.
Soundly bietet mir eine schnelle Vorschau, automatisches Tagging und die Möglichkeit, eigene Libraries mit Cloud- oder lokalen Quellen zu mischen. Jede Aufnahme landet dort zunächst als „Loose file“, bevor ich sie kategorisiere und benenne.
Der Screenshot oben zeigt, wie das aussieht: eine Sammlung aus alltäglichen Sounds – vom _DOORMetl_Open_MP_RodeNTG_ bis zum _DRWRWood_ZettelkastenClose01_MP_RodeNTG_. Der kleine technische Aufwand zahlt sich aus, denn nur durch diese Ordnung kann ich später gezielt nach Klängen suchen.
### Strukturieren – Das Universal Category System (UCS)
Soundly unterstützt das [Universal Category System](https://universalcategorysystem.com) (UCS) – einen offenen Standard für die Benennung und Kategorisierung von Soundfiles.
UCS nutzt Kürzel und feste Kategorien, damit Dateien leicht gefiltert und durchsucht werden können.
Ein Beispiel:
```text
DOORMetl_Open_MP_RodeNTG.wav
```
- **DOORMetl** → Tür aus Metall
- **Open** → Aktion
- **MP** → Creator-ID (Maik Purrmann)
- **RodeNTG** → verwendetes Mikrofon
Im Alltag bedeutet das: Wenn ich einen Türsound für ein neues Musikstück suche, finde ich ihn mit einem einfachen Suchbegriff – und weiß gleichzeitig, wann, wie und womit er aufgenommen wurde. Über das UCS-Fenster in Soundly lassen sich diese Informationen schnell ergänzen oder automatisch aus Metadaten ableiten.
### Einbinden – Vom Geräusch zum Klangmaterial
Für die [[Public/Kunst und Philosophie/Musikproduktion|Musikproduktion]] in Ableton Live kann ich meine Aufnahmen direkt aus Soundly einbinden. Oft nutze ich sie dort als Atmosphären oder percussive Elemente.
Ein quietschendes Türscharnier kann zum rhythmischen Impuls werden, der Lärm einer Baustelle zur flächigen Textur. Gerade die unregelmäßigen, organischen Anteile machen diese Sounds für mich interessant – sie bringen Leben in elektronische Strukturen.
### Fazit – Ordnung als Voraussetzung für Intuition
Field Recordings sind für mich kein Selbstzweck. Sie sind ein Weg, die Welt bewusster zu hören – und aus zufälligen Momenten Material zu machen, das später Teil eines größeren Ganzen wird.
Das Zusammenspiel aus Aufnahme, Struktur und Wiederverwendung ist fast wie ein Kreislauf: vom Hören zum Ordnen, vom Benennen zum Gestalten.
Wenn alles gut organisiert ist, kann Intuition wieder übernehmen – und ein Türklack plötzlich zu Musik werden.
## Links
Ableton Live: https://www.ableton.com
Soundly: https://getsoundly.com
UCS: https://universalcategorysystem.com
*Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt.*